In der antiken Überlieferung beginnt die Geschichte der athenischen Demokratie bereits mit dem mythischen König Theseus, während Perikles im 5. Jahrhundert v. Chr. oft als Vollender dieses politischen Entwicklungsprozesses gilt. Athen erscheint damit als „Schule von Hellas“ und als Vorbild demokratischer Ordnung.
Margit Linder geht in ihrem Vortrag der Frage nach, wie historisch tragfähig dieses Bild ist. Er beleuchtet die politischen, sozialen und gesellschaftlichen Voraussetzungen der attischen Demokratie und zeigt, dass politische Teilhabe klar begrenzt war. Demokratie wird dabei nicht als idealer Ursprung, sondern als dynamischer, konfliktreicher Aushandlungsprozess sichtbar – dessen Deutungen bis heute nachwirken.