Die hölzerne Säule aus dem Jahr 1922 diente als Versteck für Leichenteile und wurde so zum materiellen Zeugen eines Verbrechens: Die beiden Kaufleute Bruno Steiner und Johann Keller erdrosselten am 4. April 1922 Elsa Josep, die Tochter eines wohlhabenden Arztes in Kirchbach, um sich ihren Schmuck anzueignen. Nach der Tat, die in Steiners Wohnung in Graz geschah, zerstückelten die Mörder die Leiche mit zwei Küchenmessern in der mit Wasser gefüllten Badewanne und versteckten einige mit Stoff und Papier eingewickelte Körperteile in der Säule. Sie vergossen diese mit Gips und postierten darauf wieder eine große Blumenvase. Die restlichen Körperteile verpackten sie in einen Koffer, den sie in einem Kohlenkeller versteckten.
Die Tat konnte nach viereinhalb Monaten aufgeklärt werden, weil das lebenslustige, gesellige Opfer längere Zeit nicht gesehen wurde und zuvor öfter in der Gesellschaft der beiden Täter gewesen war. Außerdem bemerkte ein misstrauischer Geschäftspartner einen seltsamen Geruch in Steiners Zimmer. Bei der Hausdurchsuchung wurden die Säule untersucht, in der schließlich der Kopf, die Unterarme und Unterschenkel des Opfers, stark mit Fäulnisflüssigkeit getränkte Kleidung sowie ein Strick gefunden wurden.